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Brand - Stadt Nowi Usen am Bohrturm Nr. 2493
In einer Tiefe von 100 m stieß man auf Schwefelwasserstoffschichten. Gas entwich, aber nur in unbedeutenden Mengen. Schnell wurden die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Am Abend war eine Bohrtiefe von 150 m erreicht. Das Wetter schlug um, Frost und Nebel traten auf. Um 1:00 Uhr nachts platzte infolge der Kälteeinwirkung die dem Bohrloch Wasser zuführende Leitung. Kurz darauf entzündete ein durch Reibung entstandener Funke ausströmendes Gas. Der Bohrturm stand sofort in Flammen.
Als die Feuerwehr eingetroffen war, sah der Einsatzleiter, dass der Brand bereits die untere Plattform des Turmes erfasst hatte und die Pumpenstation sowie die Zentrifuge bedrohte. Die Flammen erreichten eine Höhe von 60 m. Er befahl, die brennende Plattform zu löschen, die Aggregate zu schützen und die Stahlkonstruktion des Turmes zu kühlen. Entsprechend den Einsatzunterlagen wurden weitere Tanklöschfahrzeuge und Wasserwagen aus Betrieben der Stadt herangeführt. Gemeinsam mit den Feuerwehrmännern verlegten die Bohrleute eine Leitung zur 200 m entfernten Löschwasserentnahmestelle.
Es wurden zwei Brandabschnitte gebildet. Zum Einsatz kamen Tanklöschfahrzeuge AZ-40 und AGWT-150, deren Turbinen ein Gas-Wasser-Gemisch erzeugen. Dieser konzentrierte Einsatz führte dazu, dass die Flammen bis auf die Gasfontäne zurückgedrängt wurden. Aber noch war die Gefahr, dass die trotz der Kühlung stark erhitzte Stahlkonstruktion des Turmes einstürzen könnte, nicht gebannt. Auch war eine Erhöhung der dem Bohrloch entströmenden Gasmenge oder der Austritt von Erdöl zu befürchten. Es musste also schnell gehandelt werden.
Der Maschinist eines AGWT-150 brachte die Turbine auf maximale Beschleunigung. Der Gas-Wasserstrahl umschloss die Mündung des Bohrloches, aber die Flammen erloschen noch nicht. Erst als die Turbine mit 10 000 Umdrehungen/Minute lief, wurde es am Turm sofort dunkel - die Fontäne war erloschen. Aber noch immer musste Löschmittel zugeführt werden, bis sich auch die Stahlkonstruktion abgekühlt hatte. Wenige Meter über der Bohrlochmündung hing ein großer Gestängehaken, der gespenstisch rot leuchtete - in welcher Hitze wurde gearbeitet. Es verging noch fast eine Stunde, bis die Bohrstelle wieder betreten worden konnte. Dann brachten die Bohrleute an der Mündung eine hermetische Abdeckung an. (Auszug aus "Posharnoje delo" für UB, Heft 10/81)
Das Triebwerk WK-1 im Dienste der Feuerwehr - Information und Fotos Werkfeuerwehr der Lausitzer Braunkohle AG (LAUBAG) in Schwarze Pumpe bei Spremberg hier
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