Frauen in der Feuerwehr

(Karte anläßlich "150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Konstanz" Feuer und Flamme  23. Juni-31. Okt. 2007 - Geschwister Gnädinger, Konstanzer 1927 - Rosgarten Museum Konstanz)

sind kein DDR-typisches Phänomen - sie waren schon immer in den Feuerwehren tätig, sofern ihnen für diese Tätigkeit

keine politischen oder/und physischen und sonstige Verbote/Beschränkungen auferlegt wurden.

Seite 176 "Dies und das" aus
"Wer grinde e Feuerwehr!"
150 Jahre Höchster Feuerwehr
Hrsg: H. Herth u. FF Frankfurt am Main-Höchst, 2002
In Frankfurt am Main ist Höchst die älteste, im Lande Hessen die zweitälteste Feuerwehr
(ein Jahr älter ist Wiesbaden-Biebrich, gegründet 1851)

 

Die Arbeit in den Feuerwehren zu Kriegszeiten  war für Frauen kein Thema - hier ein Beispiel: Klosterfeuerwehr St. Ottilien

Im Buch "Wasser marsch in der DDR" (Autorenkollektiv unter Leitung von Heinz Gläser, S. 134 ff.) ist zum Thema "Frauen in der Feuerwehr" u.a. folgendes vermerkt:

11.05.1945 - Antrag der Städtischen Berufsfeuerwehr Dresden an den Polizeipräsidenten, der die Einstellung von Frauen erlauben sollte.

17.09.1946 - Branddirektionsverfügung Nr. 175 des Polizeipräsidenten des Landes Sachsen (Leipzig) zur "Gewährung von Hausarbeitstagen für weibliche Belegschaftsmitglieder"

Bei der Freiwilligen Feuerwehr Altglienicke  wurde die erste Berliner Frauenlöschgruppe gebildet

1955 - typisches Einsatzgebiet der Frauen in der Telegrafie

Nach dem Mauerbau 1961 wurde erneut der Schwerpunkt auf die Bildung von Frauengruppen für den Vorbeugenden Brandschutz, aber auch auf die Bildung von Frauenlöschgruppen gelegt.

22.07.1962 - erste Frauenkonferenz der FFw in der DDR (BDVP Rostock)

1963 - greift die Bildung von Frauengruppen auch auf die Betriebe über

Bis 1964 mußten weibliche Feuerwehrangehörige "Männeruniformen" tragen.

Das Hauptbetätigungsfeld von Frauen in der Feuerwehr - besonders in den Freiwilligen Feuerwehren lag:

- in der Arbeit im Vorbeugenden Brandschutz

- in der Anleitung von Arbeitsgemeinschaften  "Junge Brandschutzhelfer" und Arbeitsgemeinschaften "Brandschutz"

- in der Öffentlichkeitsarbeit

- bei der Vorbereitung und nach entsprechender Ausbildung in der Durchführung von Sicherheitswachen bei Veranstaltungen

- im operativen Einsatzdienst wurden Frauen gern als Melder eingesetzt

Das Betätigungsfeld war im Rahmen der Freiwilligen Feuerwehr immer höher als im Dienstzweig Feuerwehr.

In einem Auskunftsbericht des Ministeriums des Innern vom August 1965 "über den Stand der Verwirklichung des Beschlusses des Zentralkomites der SED vom 16.12.1964 und 17.2.1965 in den Organen des MdI über die "Gleichberechtigung der Frauen" hieß es u.: (Bundesarchiv Berlin DO I Bd. 26.o - 30508)

"(...) Die Stellen, die für Frauen besonders geeignet sind, sind in der Regel von älteren Genossen besetzt, die aus gesundheitlichen Gründen von anderen Zweigen zuversetzt werden mußten. Teilweise haben sie nicht die genügende Qualifikation, um die ihnen jetzt übertragenen Aufgaben wahrzunehmen."

In einer Direktive des MdI vom 20. Juli 1965 "über Maßnahmen zur weiteren Verwirklichung des Frauenkommuniques und zur Durchführung der Ministeratsbeschlüsse zur Entwicklung und Qualifizierung der Frauen und Mädchen im Dienstbereich des MdI" wurde u.a. festgelegt:

"(...) Ein Einsatz weiblicher Angehöriger als Chef einer BDVP, Leiter eines VPKA, Stabschef, Operativoffizier des Stabes oder der Feuerwehr, Offizier für Einsatzausbildung, Abschnittsbevollmächtigte, im Posten- und Streifendienst der Schutzpolizei sowie als Einsatzkräfte in den Kommandos der Feuerwehr ist nicht möglich, da diese Tätigkeiten eine besondere operativ-taktische Ausbildung erfordern und die physische Belastung der Dienstdurchführung der Frauen zu groß ist."

Margot Ehrlicher blieb die einzige Einsatzkraft im Organ Feuerwehr (Ost-Berlin) - zumindest sind keine weiblichen Einsatzkräfte im Organ Feuerwehr bekannt geworden. Als A-Dienst dabei u.a. beim U-Bahnbrand 1986 am Alexanderplatz/Klosterstraße, 1989 Flugzeugabsturz Flughafen Berlin-Schönefeld.

Dipl.-Ing. Karin Ohmann - Nach Abschluss des Studiums der Chemietechnik an der Universität Dortmund absolvierte Karin Ohmann als erste Frau in Deutschland die Ausbildung für den höheren feuerwehr-technischen Dienst. Nach der 2. Staatsprüfung leitete sie das Brandschutzdezernat bei der Bezirksregierung Gießen in Hessen. In dieser Funktion hatte sie die Dienstaufsicht über die freiwilligen Feuerwehren im Regierungsbezirk und war für das Sachgebiet Vorbeugender Brandschutz verantwortlich. Neben der Erstellung von brandschutztechnischen Stellungnahmen im bauaufsichtlichen Genehmigungs- und Widerspruchsverfahren arbeitete Karin Ohmann in verschiedenen Arbeitskreisen im Bereich des vorbeugenden Brandschutzes mit. 1991 übernahm sie die Leitung der Flughafenfeuerwehr Frankfurt/Main. Zu ihren Aufgaben gehörte die Koordination des abwehrenden und vorbeugenden Brandschutzes sowie die Sicherstellung der Einsatzfähigkeit der mit 120 Feuerwehrleuten besetzten Flughafenfeuerwehr. Ihr umfangreiches Fachwissen gibt sie heute nicht nur in der täglichen Sachverständigentätigkeit weiter, sondern sie arbeitet unter anderem im Normenausschuss Sicherheitstechnische Grundsätze NASG/GUA 5.2 "Brandschutz" des DIN mit.  Quelle: http://www.vso-brandschutz.de/wer_02.html

Sabine Voss in Dormagen: Erste hauptamtliche Leiterin einer Freiwilligen Feuerwehr - Ab 1. November 2006 wird Brandoberrätin Sabine Voss von der Berufsfeuerwehr Frankfurt als Leiterin der Feuerwehr nach Dormagen (NRW) wechseln. Damit ist sie – soweit bekannt – die erste Frau bundesweit als Leiterin einer Freiwilligen Feuerwehr mit hauptamtlichen Kräften. Quelle: http://www.feuerwehr.de/news/2006/09/07/Sabine_Voss.php

Frauen in der Freiwilligen Feuerwehr -2004 waren unter den insgesamt fast 1,4 Millionen Feuerwehrleuten nicht einmal zehn Prozent Frauen und Mädchen.

Deutscher Feuerwehr Verband - Netzwerk für Mädchen und Frauen in der Feuerwehr

Letzte Aktualisierung: 05.07.2010