Berliner Feuerwehr
"75 Jahre Freiwillige Feuerwehr Frohnau 1910-1985"
aus der Festschrift (Chronik) zitiert:
Die Gründung der Frohnauer Wehr - 1.6.1910 -
unterscheidet sich von den Gründungen der
FF Staaken: 2.6.1902 - FF Tegelort: 11.6.1902 - FF Kladow: 1.7.1904
FF Rudow: 10.11.1904 - FF Lübars: 12.1.1905 - FF Lichtenrade: 6.2.1906
FF Heiligensee: 8.11.1908 - FF Gatow: 9.1.1909
dahingehend, dass alle Feuerwehren aus Dorfgemeinschaften heraus entstanden, die
es schon seit Jahrhunderten gab
- der Ort Frohnau jedoch existierte ganze drei Wochen!
Fürst Henckel von Donnersmarck hatte 3000 Morgen Land gekauft und durch die von
ihm gegründete Berliner-Terrain-Centrale (BTC) nach einem Wettbewerb als
Gartenstadt mit Straßen, Schmuckplätzen und öffentlichen Gebäuden in den Jahren
1909 und 1910 bebauen lassen - der Name "FROHNAU" war das Ergebnis eines
Wettbewerbs. Unter Auflagen hatte die BTC für die Errichtung einer Feuerwehr zu
sorgen - dafür mußten Land sowie erforderliche Gebäude und Geräte bereitgestellt
werden ...
Die Sanitätskolonne bekam vor allem an den Wochenenden Arbeit, wenn zu den
damals weniger als 200 Einwohnern
bis zu 3000 Schaulustige und an Grundstückskäufen interessierte Berliner zu
Besuch kamen.
Die 14 Mitglieder der Kolonnen gingen an diesen Tagen Doppelstreife und hatten
im ersten Jahr in 112 Fällen Erste Hilfe zu leisten.
Schadensfeuer am 02.08.1927 - 7 Uhr abends - aus nicht geklärter Ursache brach
im Dachgeschoß der Villa Gohlke ein Brand aus -
dort wohnte der Schriftsteller Eberhard König - seine Bibliothek, alle
Manuskripte und wertvolle Kunstschätze verbrannten,
weil als das Feuer bemerkt wurde, bereits der halbe Dachstuhl in Flammen stand
...
Zur Verkehrsregelung: Es galt auf beiden Plätzen am Bahnhof die
Kreisverkehrsvorschrift und die beiden Polizisten des Ortes sprachen bei
Zuwiderhandlungen Strafen aus, hingegen gab es keinerlei Richtungsanzeiger,
"weil durch Verkehrszeichen irgendwelcher Art der Gartencharakter der Anlagen zu
ihrem Nachteil beeinflußt würde." HWZ, 28.5.1929)
Die Ausbildung (Führerschein Klasse 2) dauerte 1/4 Jahr und fand im Depot
Friedrichshain statt - täglich wurde gefahren oder Automechanik gelernt.
Feuerwehrfahrzeuge benutzten damals, weil sie über Fahrzeugfunk nicht zu
erreichen waren, für sämtliche Dienstfahrten Sonderrechtssignale - so z.B. stand
in der HWZ (5.10.1930): "... Das Läuten der Feuerwehr gestern Abend geschah
diesmal aus harmlosem Anlaß. Das Fahrzeug fuhr in das Depot Friedrichshain, um
sich einen neuen Kühler einbauen zu lassen."
verantwortlich: HBM F. Ehrhardt
Druckteam Keese, Bonn
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