Andere Länder und nicht nur anderes Material ...

Im Zusammenhang mit einer Recherche über Militär- und Werk- bzw. Betriebsfeuerwehren bin ich auf das Foto einer Schweizer Chemiewehr gestoßen.
Für mich hat sich folgende Frage gestellt:
"Worum handelt es sich bei dem dort am Fahrzeug ausgewiesenen PIONIERMATERIAL?"


Auf der Suche nach Antwort, bin ich am 14. Juni 2010 im Fürstentum Liechtenstein bei der dortigen Feuerwehr fündig geworden. Doch zunächst einige Eckdaten:


Fürstentum Liechtenstein
Sicherheit = Zusammenspiel vieler Organisationen
u. a.
 

Feuerwehr
Originaltextfassung der Kundmachung der Fürstlichen Regierung im Volksblatt vom 11. Juni 1886:

"Angesichts des Umstandes, dass in jüngerer Zeit hierlands und in der Nachbarschaft zu wiederholten Malen Feuersbrünste vorgekommen sind, hat die Regierung die Vornahme einer ausserordentlichen Feuerschau in sämtlichen Gemeinden angeordnet und haben die betreffenden Kommissionen den Auftrag erhalten, den einzelnen Parteien für die Abschaffung wahrgenommener feuergefährlichen Ordnungswidrigkeiten einen bestimmten Termin festzusetzen. Nach Ablauf des betreffenden Termines wird bei sämmtlichen Parteien darüber Nachschau gehpflogen werden, ob den Weisungen der Feuerschaukommission bezüglich der Abstellung der erwähnten Gebrechen entsprochen wurde. Jene Parteien, welche den Anordnungen nicht Folge geleistet haben, müssten unnachsichtlich der gesetzlichen Bestrafung zugeführt werden."

Vaduz, den 8. Juni 1886.
Fürstl. Regierung
Der fürstl. Landesverweser:
von In der Maur m./ p.


1867 wurde die Freiwillige Feuerwehr Eschen als erste Feuerwehr Liechtensteins und 1898 in Mauren der Liechtensteinische Feuerwehrverband gegründet.
 Nächstes Bild Bei einer Gesamteinwohnerzahl von 35.446 (Stand 2008)
existieren 11 Gemeindefeuerwehren und unten angegebene Betriebsfeuerwehren mit einem Bestand von
578 Feuerwehrmitgliedern (ohne Jugendfeuerwehr), davon Betriebsfeuerwehren (BFW) = 114 (5 Frauen) und Gemeindefeuerwehren (GFW) = 464 (14 Frauen)

(Quelle: Amt für Bevölkerungsschutz Fürstentum Liechtenstein
- Alfred Hasler, Liecht. Feuerwehrinspektor - Vaduz 09.02.2010)
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 Stützpunktfeuerwehr VADUZ      Feuerwehr Eschen
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Feuerwehr Gamprin  Feuerwehr Schaan  Feuerwehr Triesen 
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Feuerwehr Balzers  Feuerwehr Planken  Feuerwehr Schellenberg 
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Feuerwehr Triesenberg Feuerwehr Mauren  Feuerwehr Ruggell 
     
Die im Feuerwehrgesetz vom 16. Mai 1990 vorgesehene Feuerwehrpflicht im Fürstentum Liechtenstein muss nicht angewandt werden, da alle Feuerwehrvereine der Gemeinden von ihrem jeweiligen Gemeinderat als Gemeindefeuerwehr anerkannt sind. 1901 führte der Liechtensteinische Feuerwehrverband (LFV) in Schaan den ersten Feuerwehrkurs durch. Bis 1960 gab es keine Spezialkurse, wie z.B. Strahlenschutz, Chemiewehr, auch die Kommandanten- und Instruktorenkurse wurden in der benachbarten Schweiz absolviert. Derzeit gibt es über 20 Feuerwehrinstruktoren, so wurden u. a. am 14.10.2009 zwei Instruktoren (GFW Eschen und GFW Gamprin) in ihr neues Amt ernannt. Instruktor ist ein Feuerwehroffizier, welcher Feuerwehrleute an Kursen oder in der eigenen Feuerwehr ausbildet. 


Ich möchte mich bei den Kameraden der Feuerwehr für die Besichtigung der Feuerwachen und die Informationen ganz herzlich bedanken - so viel Freundlichkeit und Entgegenkommen würde ich mir überall wünschen.

Stützpunktfeuerwehr Vaduz
Das Feuerwehrgesetz dient als gesetzliche Grundlage für den Feuerwehrstützpunkt. Als weitere Voraussetzung soll das Erreichen jedes liechtensteinischen Ortes von Vaduz,  innerhalb von 15-20 Minuten mit entsprechenden Einsatzmitteln (z. B. Drehleiter) genannt werden. Zur Gewährleistung des reibungslosen Betriebes der Stützpunktfeuerwehr hat das Land mit der Gemeinde Vaduz eine Vereinbarung abgeschlossen. Es wurde im Zuge der Neu-Organisation der Stützpunkfeuerwehr das Stützpunkt- und das Pikettdienstreglement (Pikettdienst = Einsatzbereitschaft von 2 Feuerwehrleuten über das Wochenende und an Feiertagen) von der Regierung angepasst. Hauptaufgaben der Stützpunktfeuerwehr Vaduz sind die Chemiewehr (von allen Gemeinden mit Unterstützung des Landes, wurde ein modernes Chemiewehrfahrzeug angeschafft) sowie die Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen und die Unterstützung der anderen Feuerwehren.
PIONIERMATERIAL = u. a. Pickel, Schaufel, Hebekissen 
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  Feuerwehr Mauren   
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Folgende Betriebsfeuerwehren sind auf der Internetseite des Liechtensteinischen Feuerwehrverbandes (LFV) angegeben:


Hilcona AG,
HILTI AG,
Ivoclar Vivadent AG,

OC Oerlikon Balzers AG,
Schekolin AG,
ThyssenKrupp Presta AG


Die HILTI Betriebsfeuerwehr
- damals unter dem Namen Löschgruppe geführt - wurde 1958 mit 16 Mitgliedern gegründet und gehört der 1972 eingerichteten Vereinigung der  Liechtensteinischen Betriebsfeuerwehren an, welche wiederum dem Liechtensteinischen Feuerwehrverband angeschlossen ist. Standort und Einsatzgebiet sind die Werke in Mauren und Schaan -   aber auch bei Großereignissen in den Gemeinden oder bei landesübergreifenden Ereignissen kann die Betriebsfeuerwehr aufgeboten werden. Sie besteht aus einem Korps von Freiwilligen, die aus verschiedenen Arbeitsbereichen stammen. In der Chronik (50 Jahre Hilti-Betriebsfeuerwehr) ist auf Seite 19 das Alarmsystem des Pikettzuges der Werkfeuerwehr der HILTI AG verzeichnet. Weiter auf Seite 27 wird die Grundausrüstung von 1958 beschrieben, bestehend aus Militärkombi und -stahlhelm, Rohrführgurt etc.,  bis es 1969 zur ersten Brandschutzkleidung kam.
Feuerwehr ist eine Lebensphilosophie: "Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr".

Um sich im Notfall bedingungslos aufeinander verlassen zu können, sind u. a. unablässige Übungen notwendig ... so enthält der Übungsplan der Werkfeuerwehr 1975 u. a.:
 "15 Übungen sollte jedes Mitglied besuchen. Wer weniger als 7 Übungen besucht, scheidet aus der Werkfeuerwehr aus."
Der Kommandant
Steiger

Zusätzlich zu den internen Ausbildungen besteht die Möglichkeit Kurse zu besuchen, so z. B. beim Amt für Bevölkerungsschutz oder über den Ausbildungsweg (vom Grundkurs über Spezialistenkurse bis zum Einsatzleiter) sowie über Kurse des Schweizerischen Feuerwehrverbandes (SFV) in der Schweiz.


Bis 1965 gab es kein Fahrzeug - dann wurde ein ausgedienter
Hilti-VW-Bus als Mannschafts- und Materialtransporter umgebaut, der
zugleich das erste Feuerwehrfahrzeug im Fürstentum Liechtenstein war.

Tanklöschfahrzeug "LISA"
(Mercedes, Pumpe: Typ 2 mit 1600 l/min, Löschwassertank: 1500 l)
ca. 1970 wurde das gebrauchte TLF aus dem damaligen West-Berlin angeschafft und
1977 der Gemeindefeuerwehr St. Gallenkirch (A) geschenkt.

Das Training der Betriebsfeuerwehr HILTI AG in Schaan unter Leitung des Kommandanten Heinz Büchel brauchte ich nicht hinter dem Zaun verfolgen. Wir kamen auf Berlin zu sprechen, weil ein Kamerad in Berlin-Marzahn einige Zeit tätig war und anschließend zeigte man mir stolz in der Fahrzeughalle die Autodrehleiter - getauft auf den Namen "NORMA", die immer noch ihren Dienst tut (Bj. 1963 gekauft von der Gemeindefeuerwehr Weingarten (D). Anschließend ging es zur Einsatzübung unter Atemschutz in das Hauptgebäude, wo ich einige Fotos machen durfte.  

Ich in den 80igern -
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 hier liegen ca. 25 Jahre dazwischen!
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TLF (Rosenbauer) wurde 1991 angeschafft
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Stiftung Brandschutz und Löschwesen

Der Zweck der Stiftung besteht ausschließlich in der gänzlichen oder teilweisen Finanzierung von Maßnahmen zur Verbesserung des vorbeugenden Brandschutzes und zum Ausbau des Feuerlöschwesens in Liechtenstein.
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1932 kam es zur Einrichtung des Fürstlich Liechtensteinischen Sicherheitskorps als ein Zivilwachkörper zur Aufrechterhaltung der Ordnung, Ruhe und Sicherheit. 1933 traten sieben Polizisten einquartiert im Regierungsgebäude in Vaduz ihren Dienst an. 1937 gab es Unterstützung von weiteren 19 Hilfspolizisten. Heute sind über 120 Mitarbeiter/-innen unter Leitung des Polizeichefs Adrian Hasler  beschäftigt, wobei sich das Kommando in Sicherheits- und Verkehrspolizei, Kriminalpolizei sowie Kommandodienste gliedert.
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Triesenberg
 Samariter
1951 wurde der erste liechtensteinische Samariterverein (Vaduz) gegründet - innerhalb von 22 Jahren folgten weitere Vereine.

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Balzers
 
Quellen:
http://www.llv.li
http://www.feuerwehr.li
http://www.landespolizei.li/
http://www.ffg.li
http://www.feuerwehr-tbg.li
http://www.feuerwehr-oldtimer.li
http://www.feuerwehr-schaan.li
http://www.webmembers.ch/
 
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